10 01 2012

Sicheres Zünden eines Thyristors

Um bei steil ansteigendem Hauptstrom ein sicheres Zünden eines Thyristors zu gewährleisten, ist ein Steuerimpuls ausreichender Stromamplitude (≥ 5 IGT) und Anstiegssteilheit (≥ 1 A/μs) erforderlich.

Auch wenn der Strom im Kommutierungs-Stromkreis nur relativ langsam ansteigt, so wird doch meist durch das zum Überspannungsschutz parallel geschaltete RC-Glied bei jedem Zünden ein steil ansteigender Entladestrom durch den Thyristor getrieben. Es ist deshalb stets empfehlenswert, mit ausreichend hohen und steilen Ansteuerimpulsen zu arbeiten. Besonders wichtig ist dies bei der Parallel- oder Reihenschaltung von Thyristoren, weil die Gleichzeitigkeit des Zündens durch hohe und steile Ansteuerimpulse stark verbessert wird. Der exponentielle Stromanstieg wird durch die Streuinduktivität des Impulsübertragers LS bestimmt.

Um den Spitzenstrom der Ansteuereinrichtung zu ermitteln, wurde im hier linear skalierten Zünddiagramm eine Gerade zwischen den Punkten der Leerlaufspannung VO=VB und des Kurzschlussstromes IK~VB/R gezogen.

Linear skaliertes Zünddiagramm

Die tatsächlichen Eingangs-Kennlinien der Thyristoren liegen zwischen den Grenzkennlinien des Diagramms (Strich-Punkt Linie). Dementsprechend liegen die möglichen Schnittpunkte mit der Ausgangskennlinie der Ansteuereinrichtung zwischen den Punkten A und B. Der Schnittpunkt S eines typischen Thyristors mit der Ausgangskennlinie der Ansteuerung ergibt den Zündstrom (hier z.B. 2,3 A; 10,7 V) für dieses Bauelement und liegt mitten im Bereich Sicherer Zündung (BSZ). Die Mindestdauer der Ansteuerimpulse beträgt 10 μs.

Meist gilt der in den Datenblättern angegebene Einraststrom ebenfalls für diese Impulsdauer. Bei längeren Ansteuerimpulsen verringern sich der Mindestzündstrom und der Einraststrom.

Kommentare

BjS
25.01.2012
um14:29:18 Uhr

Wahrlich ein zündender Artikel!